Die Geschichte des Smart Home, Teil 2: Kommunikationsprobleme

Erstellt05.10.2021
Wir verlassen das Büro. Auf unser Kommando hin sendet unser Handy eine Nachricht an die Zentraleinheit im Haus. Die Einheit schaltet die Klimaanlage ein, und das Signal wird anschließend an den Musikplayer weitergeleitet. Unser Lieblingslied erklingt in jedem Raum, und im Flur und in der Küche gehen die Lichter an. Eine angenehme Atmosphäre erfüllt das Haus. Alles ist für unsere Ankunft vorbereitet.
 
Bei einem Smart Home geht es nicht nur um intelligente Geräte mit hochmodernen Funktionen. Ein Smart Home entsteht durch ein Netzwerk miteinander verbundener Geräte, die miteinander kommunizieren – vorzugsweise drahtlos. Ein solches System wird gemeinhin mit dem modernen Akronym IoT bezeichnet, das für „Internet der Dinge“ steht. 

Im letzten Teil unserer Reihe zur Geschichte des Smart Homes haben wir uns mit der Entwicklung und der Geschichte dieses Phänomens befasst. Nun wollen wir einen kurzen Exkurs in die technologischen Grundlagen machen. Damit ein Smart Home unsere Wünsche verstehen kann, muss es „sprechen“ lernen. Dafür ist ein leistungsfähiges – und vor allem drahtloses – Netzwerk unerlässlich. 

Was braucht ein Smart Home?

Es war das Jahr 1999, als ein junger Logistikexperte bei Procter & Gamble zu einer Besprechung mit seinen Vorgesetzten kam, um eine neue Technologie vorzustellen, die zur Verbesserung der Lieferkette beitragen könnte. Er betitelte seine Präsentation mit „Internet der Dinge“ und legte damit den Grundstein für diesen Begriff. Später sollte dieser Begriff zu einer unverzichtbaren Voraussetzung für jedes Smart Home werden. 

In den folgenden zehn Jahren verschwand der Begriff aus den Wörterbüchern, tauchte jedoch zur Jahrtausendwende mit der Einführung von Google Street View wieder auf. Es war an die Öffentlichkeit durchgesickert, dass dieses große Unternehmen unter anderem Fotos von normalen Nutzern speicherte und diese anschließend in Karten integrierte. Auf diese Weise entstand eine Art gemeinsames Netzwerk – man könnte sagen, es handelte sich um das Internet der Dinge (IoT). Im selben Jahr verwendete sogar die chinesische Regierung den Begriff, um den Beginn ihres Fünfjahresplans zu beschreiben. So begann das Konzept langsam, in der realen Welt Fuß zu fassen. 

Das Internet der Dinge (IoT) überwacht und steuert einzelne Geräte im Haushalt. Es ermöglicht den drahtlosen Informationsaustausch zwischen diesen Geräten. Heutzutage ist es zudem möglich, alles per Fernsteuerung über ein Smartphone oder Tablet zu bedienen. Wie funktioniert das alles? Was braucht ein Smart Home also? 

Eine gemeinsame Sprache ist eine Stärke

Die Antwort ist vielleicht ganz einfach: ein drahtloses Netzwerk. Im Jahr 1975 wurde eine Modultechnologie namens X10 entwickelt. Sie ermöglichte die Hausautomation, indem sie die Stromleitungen für die Kommunikation nutzte. Allerdings gab es bei ihrer Funktionsweise zahlreiche Probleme, auch wenn sie heute in einigen Fällen noch immer zum Einsatz kommt.     

Obwohl in der Vergangenheit bereits mehrere Methoden zur Steuerung eines Smart Homes entwickelt wurden, stehen derzeit drei davon im Mittelpunkt der Diskussion. Dabei handelt es sich um das bekannte Bluetooth, das allgegenwärtige WLAN und die spezialisierte ZigBee-Technologie. ZigBee ist seit mehr als 15 Jahren auf dem Markt und hat in dieser Zeit die Aufmerksamkeit aller großen Marken auf sich gezogen. 

Den Grundstein dafür legte die ZigBee Alliance. Im Jahr 2002 schuf die Alliance einen globalen Standard mit dem Ziel, Geräte über große Entfernungen hinweg kostengünstig, mit geringem Stromverbrauch und auf höchstem Sicherheitsniveau miteinander zu verbinden. Dies gelang ihr, und heute ist ZigBee Bestandteil zahlreicher Produktarten in den unterschiedlichsten Branchen.

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